Ein Hochtal mit vier Kirchdörfern

Auffach - Oberau - Niederau - Thierbach

Wildschönau ist eine österreichische Gemeinde mit 4131 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2011) im Bezirk Kufstein in Tirol. Die Gemeinde wird in Tirol auch die Wildschönau genannt.

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Das 24 km lange Hochtal in der Nähe von Wörgl ist eines der Tourismuszentren in Tirol. Die Gemeinde umfasst neben verschiedenen Weilern die vier Kirchdörfer Niederau, Oberau, Auffach und Thierbach und liegt in den Kitzbüheler Alpen. In Oberau ist der Sitz des Gemeindeamtes.

Neben einer zweisaisonalen touristischen Ausrichtung spielt auch die intensive Alm- und Weidewirtschaft eine Rolle, daneben pendeln viele Bewohner zu ihren Arbeitsstätten außerhalb der Gemeinde.

In der Wildschönau wurde lange Zeit Bergbau betrieben.

Die Wildschönau beginnt im Osten mit Niederau und Straßenverbindungen nach Wörgl und Hopfgarten im Brixental, nach Westen hin verläuft sie aufsteigend zu einer Wasserscheide, über die sich Oberau zur Wildschönauer Ache und dem Ortsteil Mühltal hinzieht. Die Ache verläuft von Süd nach Nord, vom Siedeljoch über Auffach und Mühltal durch die Kundler Klamm in den Inn. Von Mühltal zweigt eine Straße steil bergauf nach Westen ab und führt nach Thierbach und endet weiter westlich vor der Gratlspitz. Von dort führt in Richtung Norden eine Schotterstraße am Schaubergwerk vorbei, dann weiter und bergab nach Kundl.

Im Westen wird das Tal durch folgende Berge (von Nord nach Süd) begrenzt: Gratlspitz (1899 m), Schatzberg (1898 m), Joelspitze (1964 m), Lämpersberg (2202 m), Kleiner Beil (2197 m), Großer Beil (2309 m, höchster Berg des Tales) und Sonnjoch (2287 m, nicht zu verwechseln mit dem Sonnjoch im Karwendel). Westlich dieser Kette liegt das Alpbachtal.

Der Talteil um die Wildschönauer Ache wird östlich begrenzt durch Roßkopf (1731 m), Feldalphorn (1923 m), Schwaigberghorn (1990 m), Breitegg-Gern (1981 m), Wildkarspitze (1961 m) und Breiteggspitze (1868 m).

Als südlicher Talabschluss werden diese beiden Ketten durch einen Pass, dem Siedeljoch (1689 m), miteinander verbunden, über den man in den Langen Grund (Kelchsau) gelangt.

Südlicher Abschluss des östlichen Talteiles um Niederau sind Roßkopf und Markbachjoch (1440 m).

Im Norden wird das Tal durch eine deutlich niedrigere Bergkette zum Inntal hin abgegrenzt. Von West nach Ost: Gratlspitz, Thierbacher Kogl (1312 m), Kragenjoch (1425 m), Sonnberger Jöchl (1285 m), Möslalmkogl (1109 m), unterbrochen durch die Kundler Klamm zwischen Thierbacher Kogl und Kragenjoch.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wildschönau 1190, als ein bayrischer Graf eine Schenkung an das Kloster Herrenchiemsee machte. Ab dem 16. Jhdt. wurden in Thierbach an den Abhängen des Gratlspitz Silber- und Kupfererze abgebaut, die in Brixlegg verhüttet wurden. Wegen mangelnder Rentabilität wurde der Bergbau im 19. Jhdt. eingestellt. 1811 wurde die Gemeinde Wildschönau gegründet. 1911 wurde durch die Kundler Klamm eine Straßenverbindung ins Inntal hergestellt.

Der Sage nach bedeckte ursprünglich ein See, an dessen Ufer ein Drache lebte, das Hochtal. Ein Bauer tötete den Drachen, und im Todeskampf zerschmetterte dieser den Felsen, der den See aufstaute. Das Wasser floss durch die entstandene Kundler Klamm zum Inntal ab und gab das Hochtal frei; das Wappen zeigt den Drachen aus der Sage.